Monitorbox oder In-Ear? Die Entscheidungshilfe für Bassisten

Monitorbox vs. In-Ear-Monitoring – Was ist besser für Bassisten?

In diesem Artikel vergleichen wir klassische Bühnenmonitore mit In-Ear-Systemen. Ich zeige dir anhand echter Beispiele aus der Praxis als Musiker, welches Monitoring-System für Bassisten wann Sinn macht. Ich spreche über meine Erfahrungen mit verschiedenen In-Ear Systemen, den Unterschied zu klassischen Monitorboxen und wann sich welcher Ansatz lohnt.

Video Tutorial: So entscheide ich zwischen Monitorbox und In-Ear

in ear monitoring xvive u45 ebass

Live-Sound für Bassisten: Monitoring richtig einsetzen

Wenn du Bass spielst und regelmäßig mit Bands probst oder auf der Bühne stehst, kennst du das Problem garantiert:
Du spielst sauber, groovst, achtest auf Timing – aber du hörst Dich selbst nicht richtig. Oder noch schlimmer: Du hörst dich zu laut, während Gitarre, Gesang oder Keys komplett untergehen. Genau an diesem Punkt entscheidet sich oft, ob ein Gig entspannt und musikalisch wird – oder anstrengend und frustrierend.

Die zentrale Frage lautet deshalb: Klassische Monitorbox mit Bassamp – oder modernes In-Ear-Monitoring?
Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Und genau darum geht es in diesem Artikel. Nicht um „richtig oder falsch“, sondern um Kontext, Praxis und deine persönlichen Anforderungen als Bassist. 

Besserer Bass-Sound auf der Bühne

Als Bassist befindest du dich in einer speziellen Rolle. Dein Spiel lebt von Timing, Dynamik und Nuancen. Wenn dein Monitoring nicht stimmt, leidet nicht nur dein Spiel – sondern der gesamte Bandsound.

Typische Probleme aus dem Alltag:

  • Drummer zu laut, Bass nicht definiert hörbar
  • Bassamp steht ungünstig in einer Ecke → zu viel Bass, keine Klarheit
  • Monitorbox klingt matschig oder ist unterdimensioniert
  • auf großen Bühnen: massive Lautstärkeunterschiede je nach Position

Die Lösung liegt nicht in „mehr Lautstärke“, sondern in einem passenden Monitor-Konzept.

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Die klassische Lösung: Bassamp + Monitorbox

Monitorbox Bass Live Sound

Die traditionelle Variante ist nach wie vor weit verbreitet – und das aus gutem Grund. Du spielst deinen Bass in den Bassamp, kontrollierst darüber Sound und Lautstärke, und bekommst über eine Monitorbox zusätzliche Signale von der Band.

Diese Lösung funktioniert besonders gut, wenn:

  • die Bühne klein bis mittelgroß ist
  • die Band überschaubar besetzt ist (Trio, Quartett)
  • kein eigener Monitormischer vorhanden ist

Gerade in Rock-, Blues- oder Jazz-Trios ist das oft die natürlichste und musikalischste Lösung. du stehst „im Sound“, fühlst die Luftbewegung und hast ein direktes Spielgefühl.

Vorteile von Monitorboxen

  • sehr intuitiv
  • einfache Technik und Aufbau
  • natürliches Spielgefühl
  • geringe Kosten
  • ideal für kleine Gigs und Proben

Nachteile, die du kennen solltest

  • starke Abhängigkeit vom Raumklang
  • Position deines Amps und der Monitorboxen kann kritisch sein
  • schwankender Sound je nach Bühne und Position
  • Lautstärke-Kompromisse mit der Band
  • bei lauten Drummern und Gitarristen schnell problematisch

Was ist In-Ear-Monitoring?

Beim In-Ear-Monitoring ersetzt ein Kopfhörer im Ohr die Monitorbox. Das Monitorsignal wird direkt in dein Ohr geschickt – entweder kabelgebunden oder kabellos per Funk.

So hörst du z.B. deinen Bass,  Gesang, Drums und alle andere Instrumente unabhängig von Raum, Bühne und deren eigener Lautstärke. Ähnlich wie in einem Tonstudio.

Kabelgebundenes In-Ear: Der Einstieg

Bei der einfachsten In-Ear Variante wird das Monitorsignal, das sonst in die Box geht, über ein Kabel direkt zu dir geführt. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du dich beim Konzert nicht viel bewegen musst oder sogar sitzen kannst. Ich verwende dieses System z.B. wenn ich mit einer Band Chöre begleite oder Musicals spiele.

Der Nachteil liegt auf der Hand. Deine Bewegungsfreiheit ist durch das zusätzliche Kabel extrem eingeschränkt (Basskabel + In-Ear-Kabel).

Funk-In-Ear-Systeme: Maximale Freiheit auf der Bühne

Xvive U45 InEar Monitor Bass

Hier kommt die professionellste Lösung ins Spiel. Ein Funksender schickt das Monitorsignal kabellos an deinen Empfänger am Gürtel.

Vorteile eines Funk-In-Ear-Systems:

  • absolute Bewegungsfreiheit
  • kein Kabelsalat
  • konstanter Monitorsound
  • gleicher Sound auf jeder Bühne

Gerade auf großen Bühnen, lauten Umgebungen, komplexen Setups und Bandbesetzungen ist Funk-In-Ear fast schon Standard.

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Mein persönliches Lieblings-Setup

Mit meinem Basssound auf dem In-Ear war ich früher trotz sehr guter Kopfhörer nicht wirklich zufrieden. Oft klingt der Bass wenn er direkt ohne Bearbeitung vom Monitormischpult kommt zu clean, höhenlastig und unnatürlich.


Bei meiner persönlichen Lieblings Lösung splitte ich mittlerweile das Basssignal auf. Mein DI-Signal bekommt wie bisher der Tontechniker an der PA und ein separates Signal geht direkt an mein persönliches In-Ear Mischpult. Vom Tontechniker lass ich mir dann einen Monitormix ohne meinen Bass erstellen. Dadurch bin ich unabhängig unabhängig vom Techniker und kann ich meine Lautstärke und den Bass Sound ganz einfach selbst regeln und individuell anpassen. Das Ergebnis: mein Bass klingt im Ohr druckvoll, musikalisch und präzise. 

Mein bevorzugtes Setup sieht dabei so aus:

  1. Meinen Bass stecke ich direkt in mein Multieffektgerät ein.
  2. Dort splitte ich das Signal in zwei Kanäle auf.
  3. Das Effektsignal ohne Amp- und Speaker-Simulation geht über einen Output zu meinem Bass Amp.
  4. Von dort geht das Bassamp DI-Signal dann zur PA.
  5. Das zweite Effektsignal mit Amp- und Speaker-Simulation geht zu meinem InEar Mischpult.
  6. In den zweiten Input des InEar Mischpults kommt der Monitormix ohne Bass von der PA.
  7. Der Output meines InEar Mischpults wird mit dem Sender verbunden und mein persönlicher Mix wird per Funk an den Empfänger mit meinen In Ear-Hörern geschickt.
InEar Monitor Setup Bass Steffen Knauss

Monitorbox oder Funk-In-Ear – was ist besser?

Meiner Meinung nach kommt es auf den Kontext an. Jedes System kann Sinn machen und perfekt für das nächste Konzert oder deine Band und dein Setup sein. Wenn du häufig wechselnde Gigs spielst, lohnt sich langfristig fast immer ein flexibles In-Ear-Setup, das du selbst kontrollieren kannst. Du solltest aber mit vielen unterschiedlichen Varianten klarkommen und Notfalls schnell zwischen ihnen wechseln können.

Monitorbox ist perfekt, wenn:

  • kleine Bühne
  • kleine Band
  • wenig Technik
  • Proberaum

Funk-In-Ear ist ideal, wenn:

  • große Bühne
  • laute Umgebung
  • viele Musiker
  • professionelles Setup
  • maximaler Fokus auf Timing und Sound

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