"Stand by Me" von Ben E. King auf dem Bass lernen
Mit der Stand By Me Basslinie lernst du nicht nur einen der bekanntesten Grooves, sondern auch die Theorie, die in tausenden Songs steckt. Ich zeige dir die Akkordfolge, Pentatonik-Ideen, Fingersätze und wie du daraus deine eigenen Basslinien baust. So wird aus einer einfachen Basslinie ein Tutorial, das auch für Fortgeschrittene geeignet ist.
Vom Basscover zum eigenen Basslauf
Kaum ein Song hat sich so tief in das kollektive Musikgedächtnis eingebrannt wie „Stand By Me“ von Ben E. King. Schon die ersten Töne lassen bei vielen Menschen sofort Erinnerungen und Emotionen aufkommen – und genau das macht die Basslinie so besonders.
Aber das Beste daran: Diese Linie ist einfach, eingängig und perfekt für Bass-Anfänger geeignet. Sie bietet dir nicht nur eine tolle erste Lernerfahrung, sondern öffnet dir auch die Tür zu einem tieferen Verständnis von Harmonie, Groove und kreativen Bassideen.
Wenn du diese Basslinie einmal gemeistert hast, wirst du merken: Sie steckt nicht nur in Stand By Me – sondern in unzähligen Songs, von Klassikern bis modernen Hits.
Warum gerade die "Stand By Me" Basslinie?
- Einfache Struktur:
Wenige Noten, klare Akkordfolge - Perfekt für Anfänger:
Du lernst, mit einfachen Mitteln einen Song zu tragen - Standard-Harmoniefolge:
Die I–vi–IV–V-Abfolge ist in tausenden Songs zu finden (z. B. With or Without You von U2) - Praxisnah:
Du kannst die Theorie sofort auf andere Songs übertragen - Groove-Garantie:
Selbst wenn du nur die Grundnoten spielst, klingt es sofort gut
Die Akkordfolge von "Stand By Me"
Die harmonische Basis des Songs ist so simpel wie genial. In der Originaltonart A-Dur bedeutet verwende wir folgende Akkorde:
A-Dur, F#- Moll, D-Dur und E-Dur
Diese Abfolge gehört zum absoluten Standard-Repertoire. Sie bildet das Fundament für tausende Songs aus Pop, Soul, Rock und R’n’B. Wenn du diese Harmoniefolge verstehst, kannst du sofort bei Jams mitspielen und eigene Linien entwickeln.
Die Original Basslinie
Die "Stand By Me" Basslinie ist ein absoluter Klassiker und hervorragend für Anfänger zum Bass spielen lernen geeignet. Im Original spielt der Bass über den kompletten Song eigentlich immer die gleiche Basslinie. In diesem Beitrag zeige ich dir die original Basslinie zuerst komplett mit Noten und Tab, dann brechen wir die Harmonie auseinander und du bekommst praktische Übungen, mit denen du eigene Basslinien und Fills bauen kannst.
Übung 1: Grundtöne
Wir starten mit den Grundtönen der Akkorde. Wenn du noch ganz am Anfang von deiner Bass Karriere bist, kannst du hier auch gleich die Töne auf dem Griffbrett lernen.
In dem Backing Track hörst du die Akkorde mit einem einfachen Schlagzeug Groove in einem langsameren Tempo. Dies ist perfekt, wenn es darum geht, die einzelnen Übungen zu lernen und deine Ideen für eigene Basslinien zu testen.
In dem Übungsblatt zeigen dir die Tabs die jeweilige Position der Töne auf deinem Griffbrett. Die kannst du jetzt zum Backing Track oder auch zum Original Song z.B. in der Tomplay App spielen.
Übung 2: Dreiklänge
In der zweiten Bass Übung spielen wir die Dreiklänge zu den Akkorden. Und auch hier sind die unterschiedlichen Fingersätze wieder in den Tabs notiert. Verwende am besten wieder den einfachen Backing Track bzw. den Song von Tomplay wie bei Übung 1.
Übung 3: Vierklänge
Jetzt wird es schon etwas fortgeschrittener. Anstatt nur die Dreiklänge der Akkorde zu verwenden, packen wir nun noch die Septime drauf. So entsteht dann der entsprechende Vierklang.
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Übung 4: Pentatonik
In dieser Übung verwenden wir die Töne der Dur und Moll Pentatonik. Die Pentatonik klingt bei vielen Pop, Rock und Soul Songs sehr gut und ist auch für Bass Anfänger einfach zu lernen.
Wenn du die Pentatonik bereits kennst, dann versuche neue Fingersätze und Positionen auf dem Griffbrett zu finden. Raus aus der Komfortzone und rein in neue musikalische Abenteuer auf dem Bassgriffbrett.
Übung 5: Kirchentonleitern - Modes
Nun bist du endlich im fortgeschrittenen Level angelangt. Wir verwenden jetzt nicht mehr nur die 5 Töne der Pentatonik Tonleiter, sondern setzen die Kirchentonleitern am Beispiel von der Akkordverbindung von “Stand By Me” ein.
Der Song ist im Original in A-Dur. Anhand der Stufenharmonik können wir jetzt die einzelnen Akkorde analysieren und die passenden Töne der Kirchentonleitern ermitteln.
- Amaj7 = I. Stufe = Ionisch
- F#-7 = vi. Stufe = Aeolisch
- Dmaj7 = IV. Stufe = Lydisch
- E7 = V. Stufe = Mixolydisch
Im Grunde verwenden wir die Töne der A-Dur Tonleiter als Basis für den Song. Ähnlich wie, wenn ein Künstler eine gewisse Farbpalette für ein Gemälde auswählt. Die einzelnen Stufen geben an, auf welchem Ton der Grundtonleiter wir starten. z.B. F# ist der 6. Ton der A-Dur Tonleiter (A - B - C# - D - E - F# - G#). Die Tonleiter auf der 6. Stufe nennt sich Aeolisch und hat somit folgende Töne: F# - G# - A - B - C# - D - E.
In der nächsten Übung spielst du die Töne der einzelnen Kirchentonleitern = Modes zu den Akkorden von “Stand By Me”.
In dem YouTube Video zu diesem Blog Artikel, findest du noch mehr praktische Beispiel und Erklärungen zu den Kirchentonleitern.
Übung 6: Deine eigene Profi-Basslinie
In der vorletzten Übung nehmen wir die restlichen Töne der chromatischen Tonleiter hinzu. So können wir gezielt noch mehr Spannung erzeugen und der Basslinie mehr Charakter und Blues-Feeling verleihen.
Zum Üben kannst du wieder das vereinfachte Playalong verwenden und dabei testen, wie sich denn chromatische Übergangstöne bei den einzelnen Akkordwechseln anhören.
Achte darauf am Anfang nur wenige Übergangstöne einzusetzen. Z.B. beim Akkordwechsel von D nach E passt das D# hervorragend. Oder wenn es von A Dur nach F# Moll geht kannst du A - G# - F - F# spielen.
Teste möglichst viele Varianten aus und entscheide selbst, welche dir davon gefallen und welche nicht. Schau dir unbedingt das YouTube Video zu diesem Blog Artikel an, wenn du meine Ideen hören möchtest.
Übung 7: Song transponieren
Zum Abschluss möchte ich dir noch einen Tipp aus meiner mehr als 40 jährigen Erfahrung als Musiker mitgeben. Lerne deine Songs in unterschiedlichen Tonarten und sei immer bereit, die Basslinie auch transponieren zu können. Ich weiß nicht, wie oft ich Gigs gespielt habe, bei denen der Sänger bzw. die Sängerin erkältet war und wir die Songs tiefer spielen mussten. Da hilft es, wenn du die Stufenharmonik verstanden hast und dich auf deinem Griffbrett gut auskennst.
Zum Üben gibt es hier die Akkordfolge von “Stand By Me” in G-Dur. Du musst jetzt alles einen Ganzton tiefer spielen und kannst natürlich alle Übungen von oben auch gleich nach G-Dur transponieren.
Viel Spaß dabei und bis bald
Steffen
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